MEHRFACH-BELASTUNG HAUTKRANKHEIT
Hauterkrankungen belasten die Patienten oft nicht nur durch die körperlichen Symptome, sondern auch durch psychische Probleme
HAUTERKRANKUNG PSORIASIS
Psoriasis, auch bekannt als Schuppenflechte, ist hierzulande eine der häufigsten Hautkrankheiten. Sie verläuft chronisch und tritt in Schüben auf, ist aber gutartig. Psoriasis ist eine Autoimmunkrankheit.
Hauterneuerung im Zeitraffer
Während sich die oberste Hautschicht, die Epidermis, beim gesunden Menschen innerhalb eines Zyklus von etwa 26-27 Tagen erneuert und die Hautzellen praktisch unsichtbar abgestoßen werden, läuft dieser Prozess bei Menschen mit Psoriasis sehr viel schneller ab. An einigen Stellen erneuert sich die Hautschicht schon nach 6-7 Tagen. So kommt es zu den für die Erkrankung typischen sichtbaren Schuppen. Die Entzündungsherde sind oft deutlich abgegrenzt und liegen häufig an Stellen, die stark gedehnt werden, zum Beispiel an Knien, Ellbogen oder auch der Kopfhaut.
Seelische und körperliche Mehrfach-Belastung
Besonders unangenehm für die Betroffenen ist, dass die Psoriasis oft mit einem sehr starken Juckreiz einher geht. Durch das Kratzen treten die Schuppen noch deutlicher hervor. Wird die verbliebene dünne letzte Hautschicht ebenfalls aufgekratzt, kann es zu punktuellen Blutungen, dem sogenannten blutigen Tau, kommen.
Dass die betroffenen Hautareale meist deutlich sichtbar sind, stellt für die meisten Patienten zusätzlich eine starke psychische Belastung dar.
Zwar ist Psoriasis erblich bedingt, aber es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Rauchen
- Übergewicht
- Stress
- hormonelle Veränderungen (z.B. durch Menstruation, Wechseljahre oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse)
Außerdem verstärken manche Medikamente, darunter Beta-Blocker und Antibiotika, das Risiko einer Psoriasis. Ein Zusammenhang zwischen Psoriasis und der Gluten-Unverträglichkeit Zöliakie wurde ebenfalls oft beobachtet.
Unterschiedliche Cremes oder Salben werden zur Behandlung verwendet. Dabei werden von den Ärzten Urea pura, entzündungshemmende Salicylsäure oder in besonders schweren Fällen auch cortisonhaltige Medikamente je nach Bedarf eingesetzt.
HAUTERKRANKUNG NEURODERMITIS
Wie Psoriasis ist auch Neurodermitis eine chronische und nicht-ansteckende Hauterkrankung, von der in Deutschland sehr viele Menschen betroffen sind. Ein anderes Wort für Neurodermitis ist atopisches Ekzem. Die Krankheit äußert sich durch gerötete, zum Teil nässende Entzündungen und trockene oder schuppige Hautpartien. Wie stark diese Symptome ausgeprägt sind, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Die sehr trockene Haut sorgt für einen starken, oft sogar quälenden Juckreiz, der für viele Betroffene das größte Problem darstellt. Und weil die Haut so gereizt und die natürliche Hautflora aus dem Gleichgewicht gebracht ist, können sehr leicht Infektionen entstehen: Neurodermitis-Patienten weisen oft eine stark erhöhte Anzahl von Staphylokokken auf.
Viele Patienten leiden darüber hinaus an Übermüdung und daraus entstehender Leistungsminderung, weil die Symptome nachts besonders ausgeprägt sind und die Betroffenen regelrecht um den Schlaf bringen.
Besonders viele Kinder sind betroffen
In der Regel treten die ersten Krankheitszeichen während der ersten fünf Lebensjahre auf. Viele Betroffene haben Glück und die Neurodermitis-Symptome werden weniger oder verschwinden sogar wenn die Pubertät einsetzt: Bis zu 70% der Patienten sind im Erwachsenenalter beschwerdefrei.
Viele Faktoren reizen die Haut
Wie Neurodermitis genau ausgelöst wird, stellt die Experten noch heute vor viele Rätsel. Es wird jedoch vermutet, dass mehrere Faktoren zusammenkommen: Zum einen eine genetische Veranlagung, aber auch bestimmte Umwelteinflüsse, auf die die Patienten wegen ihrer genetischen "Vorbelastung" stärker reagieren als andere Menschen.
Neben Hautirritationen durch mechanische Reize, Ernährung, psychischen Stress oder Alkoholmissbrauch zählen auch Allergien zu den Faktoren, die die Beschwerden verstärken können. Besonders oft zählen Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Schimmel, Tierhaare und Nahrungsmittel zu den Auslösern.
Neurodermitis kann also von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren hervorgerufen werden. Daher ist der erste Schritt zur Besserung der Symptome, die möglichen Ursachen für jeden Patienten individuell einzugrenzen.
Auch die Behandlung ist individuell
Jeder Neurodermitis-Patient braucht eine Behandlung, die speziell auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Zunächst muss die Haut mit Cremes oder Salben behandelt werden, die die Entzündung hemmen. Ist eine Allergie im Spiel, sollten die auslösenden Allergene möglichst gemieden werden. In manchen Fällen bietet sich auch eine Immuntherapie zur Desensibilisierung an – diese Behandlungsform sorgt dafür, dass die körpereigene Abwehr auf das Allergen nicht mehr reagiert.
Neue Mittel gegen Hauterkrankungen
Unser Institut für Klinische Pharmakologie wirkt seit mehr als 30 Jahren bei der Entwicklung von Medikamenten mit, die auch bei chronischen Hauterkrankungen angewendet werden.
Wenn Sie Interesse haben, an einer Studie teilzunehmen, in der ein Medikament gegen Psoriasis oder Neurodermitis getestet wird, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme! Unter der Nummer 030 306 853 61 erreichen Sie unser Fachpersonal.

